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Festiwal puls literatury łÓDŹ 2010 Konkurs translatorski z niemieckojęzycznych literatur: austriackiej I szwajcarskiej Edycja III


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FESTIWAL PULS LITERATURY ŁÓDŹ 2010

Konkurs translatorski z niemieckojęzycznych literatur:

austriackiej i szwajcarskiej

Edycja III

REGULAMIN

1. Organizatorem konkursu jest Oddział Łódzki Stowarzyszenia Pisarzy Polskich przy współpracy z austriackim forum kultury w Warszawie oraz Szwajcarską Fundacją dla Kultury Pro Helvetia w Warszawie.

2. Przedmiotem konkursu są przekłady artystyczne na język polski niemieckojęzycznych tekstów prozatorskich autorów austriackich i szwajcarskich.

3. Konkurs adresowany jest do młodych adeptów sztuki translatorskiej, którzy nie posiadają w dorobku samodzielnej publikacji książkowej z zakresu literatury pięknej o objętości większej niż jeden arkusz wydawniczy.

4. Prace w trzech jednobrzmiących egzemplarzach należy nadsyłać do 20 listopada 2010 r. na adres: Stowarzyszenie Pisarzy Polskich Oddział w Łodzi, ul. Wschodnia 49, 90-267 Łódź, z dopiskiem na kopercie „niemieckojęzyczny konkurs translatorski”.

5. Prace trzeba opatrzyć godłem, do zestawu zaś dołączyć oddzielną, zaklejoną kopertę, opatrzoną tym samym godłem i zawierającą dane autora (imię, nazwisko, adres, mail, telefon).

6. Materiały konkursowe powinny być wydrukami komputerowymi sformatowanymi następująco: czcionka Arial, 14 p., odstęp 1,5, tekst wyjustowany, względnie szeroki margines z prawej strony (umożliwiający robienia notatek przez członków jury).

7. Zestaw konkursowy zawierać powinien:

a. samodzielne przekłady tekstów zamieszczonych w załączniku do niniejszego regulaminu i opublikowanych na stronie www.spplodz.pl;

b. zwięzłą wypowiedź (maksymalnie 1800 znaków pisarskich ze spacjami), zawierającą charakterystykę problemów, jakich nastręczały tłumaczone teksty.

8. Laureaci konkursu prócz nagród finansowych i rzeczowych otrzymają zaproszenie do udziału w bezpłatnych dwudniowych warsztatach translatorskich, które w ramach łódzkiego Festiwalu Puls Literatury (11-12 grudnia 2010) poprowadzi przewodnicząca jury konkursu Sława Lisiecka.

9. Prac nadesłanych nie zwraca się.

10. Wykładnia niniejszego regulaminu należy do organizatorów. Wszelkie pytanie kierować należy na adres: spplodz@go2.pl.

ZAŁĄCZNIK DO REGULAMINU KONKURSU ZAWIERAJĄCY TEKSTY DO PRZEŁOŻENIA

I.Thomas Bernhard und Siegfried Unseld
Der Briefwechsel

[22; handschriftlich]


Lovran

19.4.66
Lieber Herr Dr. Unseld,


da ich die Wahl habe, jetzt ein zuendegehetztes, in 2/3 Monaten aber ein gutes, mir Spaß machendes Buch abzuliefern, muß ich auf den Herbsttermin verzichten. Da ich den besten Verleger in Deutschland meinen eigenen nennen darf, werde ich, obwohl ich wortbrüchig bin, auf den Grad von Verständnis hoffen können, den ich mir wünsche.

Ich könnte mir die Schnelligkeit, mit welcher ich den Roman fertigzustellen hätte, nie verzeihen u. mir – einmal, später – der Verlag auch nicht. Das ist eine Hiobsbotschaft, was die Technik des Buchmachens betrifft, ich weiß. Aber ich kann, selbst auf die größte Gefahr hin, nicht anders handeln. Ich bin ein Opfer meiner Vernunft. Ich verabscheue das Gefühl, das ohne Vernunft immer nur Gefühl oder Gefühl u. Geschmack ist.

Ich arbeite im Hinblick auf unser beider beste Konstellation.

Ich bin, was den Termin betrifft, vorlaut-eilig, gewesen – aber möglicherweise werden Sie nach einer kurzen Frist des Zorns gegen mich, die ich Ihnen zugestehe, sofort einsehen, daß der Entschluß, das Buch erst im Frühjahr (mein Glückstermin übrigens) zu bringen, nützlich ist. Um Sie nicht auf die Länge [[?]] hinaus, mich betreffend, ind der Luft hängen zu lassen, werde ich Ihnen einmal ein Stück, sagen wir ein Drittel des Buches, schicken. Im übrigen bitte ich Sie, mich so zu beurteilen, wie es Ihnen tatsächlich gerecht erscheinen muß.

Es nutzt Ihnen wenig, wenn ich Ihnen sage, daß ich Ihnen die Hand drücken möchte.

Für den Herbst bitte ich Sie, in der edition 9 Erzählungen zu drucken – es ist ganz gut, wenn sie allein erscheinen – im anderen Fall hätte ein Buch dem andern das Kritikerwasser abgegraben.

Noch etwas. Was Ihr gutes Geld betrifft, so habe ich es so gut angelegt, daß nichts passieren kann.

Und noch etwas:

Ich habe, was meine Arbeit betrifft, doch das beste Gefühl u. zudem meine es stützenden Vernunftsgründe. Bleibe ich gesund, woran ich nicht zweifle, ist alles in bester Ordnung. Ich mache es Ihnen schwer, so wie ich mir selber alles schwer u. immer noch schwerer mache. Darin besteht aber das einzige wirkliche Vergnügen am Leben.

Ich hasse schlechte Bücher, für ein gutes aber stieße ich ohne weiteres die Hälfte von meinem Vaterland in den Abgrund.

Ich bin jetzt doppelt so stark als vorher,

Ihr


Thomas Bernhard

[23; Anschrift: Ohlsdorf]


Frankfurt an Main

9. Mai 1966


Lieber Herr Bernhard,

Ihren Brief vom 19. April las ich nach meiner Amerika-Reise, bei der ich mich – insbesondere bei gewissen schwachen Lesungen der Gruppe 47 – fragte, warum Sie eigentlich nicht Teilnehmer solcher Tagungen sind, aber vielleicht ist in der Tat der Wert fü Sie zu gering. Peter Handke hat sich glänzend geschlagen und sich noch einen Namen gemacht.

Was soll ich wohl nun zu unserem gemeinsamen Problem sagen? Ihr Argument ist ja überzeugend, und lieber warte ich auf ein gutes Manuskript, als ein schlechtes zu drucken. Ich freue mich also, bis Ende August, spätestens im September mit dem Manuskript rechnen zu können. Wir wollen es dann sorgsam herstellen und ebenso sorgsam im Frühjahr mit Leseexemplaren etc. lancieren.

Seien Sie ohne Sorge, ich habe Verständnis für Ihre Situation, Sympatie für Sie, und der Kalender des Autors ist mir immer wichtiger als der eigene.

Auf eine Bemerkung Ihres Briefes möchte ich zurückkommen: Sie schreiben, daß Sie das Geld „so gut angelegt haben“. Da die Rückzahlung nicht in der vorgesehenen Form erfolgen kann, hatten Sie damals angeboten, für den Verlag eine Hypothek auf das Haus einzutragen. Mir war dieser Punkt nicht sonderlich wichtig, und er ist es auch heute noch nicht, nur wundere ich mich, daß Sie auf diesen Punkt von sich aus nicht mehr zurückgekommen sind.

Wie sehen Ihre Sommerpläne aus? – nun, Sie werden an der Arbeit bleiben. Sollten Sie doch einmal in die Nähe von München kommen, so lassen Sie es mich wissen, vielleicht könnten wir uns dann sehen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr


Siegfried Unseld
II. Klaus Merz
Zugzwang
Eine kurze Verstiegenheit

(Fragment)

Zürich-Mailand, der Intercity auf Gleis eins steht bereit. Eine Dame und ein Herr sitzen an zwei separaten Tischen im Speisewagen, die Kellner warten.

Im Lautsprecher wird die Abfahrt angekündigt. Achtung, Türen schliessen automatisch!

Ein Atemloser sucht im abfahrenden Zug nach seinen Konfirmanden.

Der Kaffee wird serviert. Die beiden Fahrgäste rühren in ihren Tassen, dass es beinahe wie Läuten klingt. Die Schienen schlagen regelmässig, linkerhand liegt der See, der Herr räuspert sich:

– Ich bin 1961 konfirmiert worden.

– Wie bitte?

– Ich meine... der Herr Pfarrer soeben, er hat mir meine eigene Konfirmation in Erinnerung gerufen.

– Verstehe.

– Sind Sie katholisch?

– Nein, mein Herr, konfessionslos. Und abstinent.

– Sie hätten katholisch sein können. Um die Augen herum tragen Sie einen luzernischen Zug. Die meisten Luzerner sind katholisch.

– Tut mir leid, gebürtige Bündnerin, jedoch in Luzern aufgewachsen.

– Sehen Sie, man kann es nicht verleugnen.

– Ja, die Sonntage haben wir oft auf dem Pilatus zugebracht. Trug mein Vater einen Hut, war das Wetter gut. Er litt unter den vielen Touristen das ganze Jahr in der Stadt. Deutsche, Japaner, Amerikaner: Einmal mussten wir einem Physiker aus Kyoto Modell stehen. Schweizer Kinder mit Holzbrücke. Wir trugen die roten Regenmäntelchen und hatten Hunger vom Gehen. Vater liess sich wider Erwarten auf eine kurze Brieffreundschaft mit dem Japaner ein.

– Meine Cousine hat ihren Amerikaner auch in Luzern kennengelernt, im Verkehrshaus. Seinen neuen Tramperrucksack hatte er beim Haupteingang deponiert und die langen Haare im Nacken zusammengebunden, um besser in den Himmel sehen zu können. Die dunkle Unendlichkeit des Planetariums ist ihnen dann, ich meine den beiden jungen Menschen, zum Verhängnis geworden, Urs Uranus Blättler ist das Resultat ihrer Selbstvergessenheit. Morgen feiert er Hochzeit in Melide. Man hat mich eingeladen, als Taufpatte. „Sorry for that“, hatte der Amerikaner auf einen Zettel geschrieben, nachdem er sechs Wochen zu Gast geblieben war. Aus Katmandu kam später noch eine Ansichtskarte.

– Uns hat der Vater das Reisen gelehrt, binnenmässig, muss man sagen, er war Matrose auf dem Vierwaldstättersee. Zu Wasser, zu Lande und aus der Luft hat er uns die nächste, später die weitere Umgebung nahegebracht. Nur Mutter blieb stets zu Hause im Bett, bis sie starb. Mitten über der Stadt mussten wir auf unserer Ballonfahrt Sand ablassen. Das Schiff, auf dem mein Vater angeheuert hatte, hiess „Winkelried“. Vater glaubte an die mutige Tat, bis ihn die zeitweiligen Übelkeiten heimsuchten. Sie können sich vorstellen, was es heisst, wenn einem über dem grossen Schaufelrad oder beim Anlegen mit einem Tau in der Hand plötzlich schwindlig wird. Er musste den Seedienst quittieren. Mit dreiundvierzig Jahren hat er ins Wagnermuseum gewechselt. Als Aufseher. Von der Atemnot beim Kielholen hat er uns auf der Pilatusspitze dennoch immer wieder erzählt: So muss es zugehen auf dem Mount Everest ohne Atmungsgerät, fügte er jeweils hinzu und schaute versonnen ins Napfgebiet, wo er die Goldwäscher an der Arbeit wähnte.

– Ich finde es schön, in eine Unterhaltung einzusteigen wie in einen Zug. Gestatten Sie, dass ich mich zu Ihnen an den Tisch setze? Als gelernter Geometer fürchtet man sich zwar, sozusagen von Berufes wegen, vor jeder Unvermessenheit, auf Reisen jedoch, will mir manchmal scheinen, gibt es fast nichts zu befürchten. Unterwegs sind wir ja alle Angehörige eines rollenden Systems, das im Grundbuch der Fahrpläne bis auf die letzte Minute verzeichnet ist. Und doch ist es kein falsches Gefühl, dass auf Reisen noch einmal alles möglich wird.

– Sicher, ohne Ihre Anwesenheit wäre ich zur Zeit ganz anderen Aussichten anheimgegeben: fernen Hügelzügen, Strassenkreuzen, Fabriken, Vorgärten. Ich hinge meinen flüchtigen Einblicken durch Küchen-, Stuben-, Schlafzimmerfenster nach und sähe das Personal dieses Wochentags wie in einem Spielfilm vor den Zugfenstern vorüberziehn. Gedanken über mein eigenes Leben würden sich mir dazu unwillkürlich aufdrängen. Als Bibliothekarin wird man das Gefühl ja nie ganz los, selbst auch aus Papier zu sein. Aber spätestens nach den Gestaden des Vierwaldestättersees würde ich doch wieder nach meinem Buch suchen im Handgepäck.




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